Zur Vorgeschichte der  St. Ludgeruskirche in Bottrop Fuhlenbrock Bottrop war, wie das gesamte Vest Recklinghausen, bis weit ins 19. Jahrhundert hinein bäuerlich ausgerichtet und entsprechend in Bauernschaften gegliedert. Die Kirche fasste für die Seelsorge verschiedene Bauernschaften zusammen. So gehörten zum Kirchspiel Bottrop mit der St.- Cyriakus-Kirche die Bauernschaften Lehmkuhle, Schlangenholt (der spätere Eigen), Welheim (mit Boy und Batenbrock) und die Bauernschaft Fuhlenbrock. Der heutige Gemeindebezirk (bis 2007 Pfarrbezirk) umfasst nur den südwestlichen Teil der früheren Bauernschaft. Der Name Fuhlenbrock (faules Bruch) gibt die damalige Bodenbeschaffenheit treffend wieder; es gab hier vorwiegend Niederung, Wald und Wiesen. Fuhlenbrocks Bewohner waren meist Kötter, die auf Nebenerwerb angewiesen waren: sie machten "Klumpen", waren Holzarbeiter und Torfgräber im Fernewalder Moor, lieferten später Holzkohle an die Eisenhütten in Osterfeld und Sterkrade. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wuchsen vom Süden Bottrops her Industrie und Bergbau, und die Kötter wurden Fabrikarbeiter und Bergleute, behielten aber ihre Landwirtschaft noch bei. Der Lebensstandard stieg und die Bevölkerung wuchs. Mit der wachsenden Zahl der Einwohner - besonders durch den Zuzug aus dem Osten des Reiches - musste sich die Kirchengemeinde Gedanken über die Betreuung der Katholiken in den Außenbezirken, den früheren Bauernschaften, machen. Bis zum Krieg 1914-1918 wurden von der Mutterpfarre St. Cyriakus vier Gemeinden abgepfarrt: St. Johannes, Herz-Jesu, Liebfrauen und St. Josef. Im Jahre 1916 fasste man für Fuhlenbrock den Beschluss, den Saal der Wwe. Jakobsmeier an der Lindhorststraße als Notkirche anzumieten. Im März 1917 wurde das Rektorat St. Ludgerus unter dem Rektor Ignatz Prein errichtet. Die Erhebung zur Pfarrgemeinde erfolgte am 1. Oktober 1922. Aber erst im Jahre 1928, am 22. Juli, konnte die Grundsteinlegung für den Neubau der Ludgeruskirche durch Pfarrer Heinrich Brunsmann erfolgen. Am 27. Juli 1929 wurde die Kirche durch den Bischof von Münster, Johannes Poggenburg, geweiht. Die Kirche Die Pläne für den Kirchbau wurden vom damals bekannten Architekten Josef Franke aus Gelsenkirchen entworfen. Die Abmessungen des Kirchbaues ohne die Nebengebäude belaufen sich auf 40 Meter in der Länge, 20 Meter in der Breite. Der Turm hat eine Gesamthöhe von 29,50 m; davon fallen auf den massiv gemauerten Turmteil 19,50 m, der gezimmerte, mit Kupfer beschlagene Turmhelm mit dem Glockenstuhl ist 10 Meter hoch. Hinzu kommt noch das Kreuz mit einer Höhe von 2,20 m. Der Turm steht über dem Altarraum - eine Besonderheit dieser Kirche. Die Eingangsfront, in drei Portale gegliedert, ist auf 10 m Breite um 1,50 m vorgezogen. Durch die 2,50 m tiefe Vorhalle und durch den 1,80 m tiefen Windfang gelangt man in den Kirchenraum und steht unter der Orgelempore. Charakteristisch für den Kirchenbau ist die Parabelform, die im Außenbereich nur bei den drei Vorhallen angewendet wurde. Die Architektur des Innenraumes ist vollständig von dieser Form bestimmt: das Gewölbe des Mittelschiffes und die in fünf gleichmäßige, 4,50 m weite Joche eingeteilten Seitenschiffe. Der Altarraum ist quadratisch mit einer Seitenlänge von 7,60 m. In den Räumen neben dem Hochaltar befinden sich bis 2011 auf der Pfarrhausseite die (ehemalige) Taufkapelle und auf der Seite zur Ludgeristraße hin die Sakramentskapelle. Der Grundstein Den optischen Abschluss bildet der Grundstein aus dem Jahre 1928. Er ist in Augenhöhe und vom Kirchenraum aus gut sichtbar in die Rückwand des Chores eingelassen. Damit ist er der Gemeinde jederzeit vor Augen und stellt eine ständige Verbindung dar zwischen dem Werden des Kirchbaus und dem Dienst in der Gemeinde. Das Hängekreuz Das Kreuz im Chorraum über dem Altar wurde von Heinrich Kirchner aus Münster geschaffen. Der Querbalken misst 2,75 m und der Längsbalken 3,70 m. Der Korpus selbst hat eine Größe von zwei Metern. Christus ist mit einer Krone dargestellt, die gleichzeitig Dornen- und Königskrone ist. Die Goldfarbe von Krone und Lendentuch soll den erniedrigten Christus als Sieger über Leid und Tod zeigen. "Durch Kreuz und Leid zur Auferstehung", das will dieses Kreuz dem Betrachter verkünden. Der Ambo Der im Chorraum stehende Ambo stammt ebenfalls von Kirchner und zeigt ein Netz, gefüllt mit Fischen. Die Sinndeutung ist an der Seitenwand zu lesen: "Auf dein Wort hin ... " Hier vom Ambo aus soll immer wieder dem Auftrag Jesu Christi gemäß das Netz ausgeworfen werden, um Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen. Der Taufbrunnen Zu Beginn des Jahres 2011 wurde der Taufbrunnen in den Mittelgang der Kirche umgesetzt (er stand bis dahin am Ende vom rechten Seitenschiff, Taufkapelle). Er ist ein Werk des heimischen Bildhauers Rogge und ist aus dem Sandstein der Baumberge gefertigt, dem Wirkgebiet des hl. Ludger. Das Spruchband um den Taufbrunnen sagt, dass an diesem Ort "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes" Menschen zu Gliedern des Volkes Gottes werden. Die Glasfenster Die leuchtenden Buntglasfenster sind nach einem Entwurf des Telgter Künstlers Ludwig Bauer in der Glaskunstwerkstatt Deriks in Kevelaer gearbeitet worden. Das Grundmotiv erinnert an die Schöpfung des Lichtes, wie wir es aus den ersten Kapiteln des Alten Testamentes kennen. Der Lebensbaum, die Taube, das Samenkorn, der Granatapfel sind immer wiederkehrende Symbole. Eingelegte Kristalle erhöhen die Leuchtkraft der Fenster. Das Farbenspiel kommt erst richtig zur Geltung, wenn die Fenster von der Sonne durchstrahlt werden. Die Orgel  Die Orgel der Ludgeruskirche wurde 1972 von der Orgelbaufirma Franz Breil, Dorsten, erbaut. Sie besitzt zwei Manuale und ein  Pedalwerk. Die beschränkte Anzahl von 18 Registern sind recht gut auf die Werke verteilt. Das Pfeifenwerk besteht aus 1158  Pfeifen.  Disposition der Orgel Hauptwerk, Manual l, C-g'" 1. Prinzipal 8' 2. Lieblich Gedackt 8' 3. Oktave 4' 5. Gemshorn 2' 6. Mixtur 4fach 1 1/3' Brust-Schwellwerk, Manual II, C-g’" 7. Rohrpfeife 8' 8. Koppelflöte 4' 9. Prinzipal 2' Die Orgel besitzt eine mechanische Spieltraktur - ein großer Vorteil für genaues und sauberes Spiel. Die Registertraktur ist elektrisch angelegt; damit lässt sich das wertvolle Hilfsmittel der freien Kombination nutzen. Die Gedenkstätten Rechts und links der Vorhalle befinden sich die Gedenkstätten für die Gefallenen der Gemeinde. Die Glocken Im Turm der Kirche hängen fünf Bronzeglocken aus der Glockengießerei in Gescher. Die große Glocke in d' ist dem hl. Heinrich geweiht, die zweite Glocke in e' ist die Marienglocke, die dritte Glocke in fis' ist die Ludgerusglocke, die vierte Glocke in a' trägt den Namen der hl. Elisabeth und die fünfte Glocke in h' hat den hl. Aloysius zum Patron. Das Tabernakel Das Tabernakel befindet sich auf der linken Seite des Chorraumes und kann vom Kirchenraum aus wie auch in der Sakramentskapelle geöffnet werden. Getragen wird das Tabernakel durch einen Sockel mit dem Bild des Pfarrpatrons, des hl. Ludger. Die Bronzeplatten der Vorder- und Rückseite des Tabernakels sind ebenfalls Arbeiten Kirchners. Zum Kirchenraum hin ist die Emmausszene dargestellt. Eine Bronzeranke um Jesus und die beiden Jünger macht die Darstellung räumlich. Über der Christusfigur ist die Ranke von der Platte abgehoben, um durch diesen Spalt Licht einfallen zu lassen. Dadurch wird Christus als Verklärter hervorgehoben. "Sie erkannten ihn beim Brotbrechen". Damals in Emmaus und auch heute will Jesus Christus, der Auferstandene, uns nahe sein beim Brechen des Brotes in der Eucharistie. Die Rückseite des Tabernakels zeigt Christus als Keltertreter - ein Opfermotiv, (vgl. Jesaia 63,3). Das Blut aus der Seite des Gottessohnes mischt sich mit dem Saft der ausgepressten Trauben. Das ist ein Zeichen für die Opferhingabe: aus Wein wird Blut Christi. Daneben sind die beiden biblischen Kundschafter Josue und Kaleb dargestellt, die mit einer Riesenrebe aus dem gelobten Land Kanaan zu den Kindern Israels heimkommen (vgl. Num 13,23). Die Sakramentskapelle Hinter dem Tabernakel befindet sich die Sakramentskapelle. Sie diente früher den Schwestern zum Stundengebet.Hier finden heute an Werktagen Gottesdienste im kleinen Kreis statt. Das Vortragekreuz Das Vortragekreuz ist eine kunstvolle Emaillearbeit des Kölner Künstlers Egino Weinert. Der am Kreuz hängende Jesus Christus ist in Beziehung zum Vater und zum Hl. Geist gesetzt und erinnert damit an das Glaubensbekenntnis: "Der vom Vater und vom Sohne ausgeht". Engel fangen die kostbaren Blutstropfen auf und zu den Füßen erinnern anbetende Menschen aus fernen Erdteilen an die weltumspannende Erlösungstat. Das Kreuz hat seinen festen Platz in der Sakramentskapelle.                     Fotos Osterleuchter in Arbeit Osterleuchter Mit dem großen Osterleuchter hat Kirchner ein besonders gelungenes Werk geschaffen. Den 2,20 m hohen Leuchter umläuft ein Bildband mit bedeutenden Szenen aus dem Leben Jesu: Geburt des Herrn, Anbetung der Weisen, Salbung der Füße durch Maria Magdalena, Jesus trägt sein Kreuz und Simon von Cyrene hilft, Veronika reicht das Schweißtuch, Maria steht unter dem Kreuz. Das Bildband gipfelt im Bild der Auferstehung Jesu; vom Glanz dieses Ereignisses geblendet hält der Wächter sich die Augen zu. Die Marienskulptur Auf der rechten Seite des Chorraumes steht die schlichte Marienskulptur, die auch ein Werk Kirchners ist. Auf dem Schoß der jungen Frau Maria sitzt Jesus nicht wie ein hilfloses Kind, er thront dort vielmehr wie ein Herrscher. Die Jakobsmuschel An den Hauptbögen der Kirche sind die Apostelkerzen angebracht, die an Namensfesten oder zu Festtagen brennen. Eine Besonderheit ist unter der Kerze für den hl. Jakobus zu erkennen. Zur Erinnerung an eine Pilgerfahrt  von Mitgliedern der Gemeinde nach Santiago de Compostella im Jahre 2007 ist eine “Jakobsmuschel” aus Kupfer angebracht. Kreuzweg 1945 Vielleicht wenig beachtet, doch sehr eindrucksstark wirkt das Aquarellbild des Bottropper Künstlers Heinz Voß +. Dieses Bild hängt in der Kirche neben der Sakristeitür und hat den Titel: “Kreuzweg 1945”. Noch unter den furchtbaren Eindrücken und Auswirkungen des 2. Weltkrieges 1947 gemalt,  zeigt das Bild den kreuztragenden Christus und ausgemergelte Menschen auf der Flucht durch eine Trümmerlandschaft, die ebenfalls ihr “Kreuz tragen”. 10. Terz 1 3/5' 11. Quinte 1 1/3' 12. Zimbel 3fach 1/2' 13. Schalmey 8'           Tremulant Pedalwerk C-f 14. Subbass 16' 15. Prinzipalbass 8' 16. Rohrgedackt 8' 17. Piffaro 2fach 4' und 2' 18. Fagott 16' Koppeln Manualkoppel ll/l Pedalkoppel l Pedalkoppel II Spielhilfen Handregistratur 2 freie Kombinationen Laudate Dominum  von Hans Noçon (+2011)  Darstellung der Pfarrkirche St. Ludgerus, Bottrop in ihrer architektonischen Umsetzung der Dimensionen Konstruktion und Glaube Eine im Ortsbild sichtbare Erscheinung des Glaubens sind die Kirchen als dessen steinerne Zeugen und räumliche Bezugspunkte. Weithin sichtbar erhebt sich auch die Pfarrkirche St. Ludgerus in ihrer massiven Gestalt und setzt in Fuhlenbrock einen unübersehbaren Akzent, der durch die vielen Blickwinkel, die sich durch verschiedene Sichtschneisen unabhängig von Straßenverläufen ergeben, einen besonderen Reiz erhält und Orientierung bietet. Ein Kirchengebäude will mehr als ein entscheidendes Konstruktionswerk sein: Es will eine durch architektonische Mittel umgesetzte geistige Orientierung im Dienst seiner Funktion, Lebensmitte aus dem Glauben zu sein, schaffen. Vor 70 Jahren, am 22. Juli 1928, erfolgte die feierliche Grundsteinlegung für die Ludgeruskirche in einer Zeit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zerwürfnisse, denen sich die Kirche und der Glaube zu stellen hatten. Architektonisch griff der bekannte, in Wattenscheid gebürtige Gelsenkirchener Architekt und Kirchenbaumeister Josef Franke (1876 - 1944) auf zeitgenössische expressionistische  Ausdrucksmittel mit ihren vereinfachten und oftmals zweckhaften, jedoch sinnlich starken Formgebungen zurück, indem er künstlerische Vollkommenheit und liturgische Anforderungen zu einer  baulich geformten Glaubensmanifestation und Glaubensverkündigung verband. Hierbei ist es Franke, der in Bottrop insgesamt fünf Kirchen erbaute, in der Pfarrkirche St. Ludgerus besonders gut gelungen, einem überzeitlichen Bedürfnis nach Gottesnähe mit zeitgenössischen Stilmitteln einen fortdauernd erlebbaren würdigen Ausdruck zu verleihen. Bedeutungsträchtig ist das Kirchengebäude mit seiner Umwelt gleichermaßen verbunden, wie es aus ihr herausgehoben ist. Mit der Verwendung von dunkelroten Ziegelsteinen für das Mauerwerk knüpft das von 1927 bis 1929 erbaute Gotteshaus in der Materialwahl an die Mutterkirche St. Cyriakus und damit die alte Tradition der Glaubensverkündigung wahrnehmbar an, wie es auch durch diesen ungewöhnlichen Hausbau üblichen Baustoff die Verbindung zu seinen Gläubigen sichtbar macht. Darüber hinaus wird in der schlichten Gestalt der Pfarrkirche als einem längsseitigen rechteckigen Quader die Nähe Gottes zu den Menschen symbolisiert, denn gerade der direkte Kontrast zu den schlanken, aufstrebenden Bergwerksbauten der längst  abgerissenen Zeche Jacobi, die ungehindertes irdisches Erfolgsstreben durch ungebremsten Arbeitseinsatz verheißen wollten, führt die Grundaussagen unseres Kirchengebäudes sinnfällig vor Augen: Das gleichsam liegende, lang gestreckte Bauwerk Ludgeruskirche will die behütende Nähe Gottes zu den Menschen ausdrücken. Unterstrichen wird dies sogar durch die wie bei der Zeche verwandte, gleiche Materialwahl der Ziegel, weil hierin die innerweltliche Zusammengehörigkeit der Bestandteile der benediktinischen Regel "ora et labora" (bete und arbeite) baulich unmissverständlich auf dem Beten akzentuiert wird. Diese Ausdruckskraft der Ruhe ist in unserer hektischen Zeit der Dienstleistungsgesellschaft unverschüttet erhalten geblieben. Kenntlich macht sich die Ludgeruskirche durch ihre Lage auf einer  kleinen Anhöhe an der Birkenstraße und ihrer Einbettung in die  (teilweise noch erhaltende) Parkanlage mit ihren Prozessionswegen unter einer doppelten Platanenreihe. Der Garten Gottes symbolisiert im Gegensatz zu abgrenzender Zechenmauer, die bis vor wenigen Wochen als verbliebenes Industriedokument stand, die Einladung an die Gläubigen und suchenden zur Rast und Kraftschöpfung aus dem Glauben. Charakteristisch fügt sich in dieses Gesamtbild der insgesamt 31,50  Meter hohe Kirchturm ein, der der Ludgeruskirche das aussehen einer "festen Burg" gegen die Anstürme der Zeiten verleiht. Durch seine viermalige Abstufung und das gleichseitige Pyramidendach erhält er in seiner kompakten Form ein aufstrebendes, himmelwärts ausgerichtetes Element: die ansonsten horizontal wirkende Gebäudeausrichtung wird auch durch die je sieben lang gezogenen, rechteckigen Fenster auf den Seitenfassaden in vertikaler Linie aufgehoben. Die Ziegle wurden für die Fensternischeneinfassungen in "malenden" Schmuck vermauert. Was an den 37,50 Meter langen Seitenmauern der Ludgeruskirche eher nachgeordnet auffällt, die Wandgliederung durch dreifach versetzte Blendziegel der auskragenden Strebmauern, ist am Eingangsportalbereich geradezu gebäudeprägend. Mittig zu der zwanzig Meter breiten Querseite ist an der Straßenfront auf einer Breite von Zehn Meter der Eingangsbereich der Kirche 1,5 Meter weit vorgezogen. Vier hohe, dreifach nach vorn gestufte auf die Wand aufgelegte Pfeiler (Pilaster) teilen das Mittelfeld in schmale, aufstrebende Felder. Über jeder der drei parabelförmigen Eingangs- und Ausgangsöffnungen erhebt sich ein hohes durch Mauerziegelversatz gestaltetes Kreuz. Indem diese Fläche sich von den gewalmten  Satteldach über die Dachtraufe hinaus erhebt, unterstreicht dieser Vorbau seine beherrschende Stellung, hinter der wie zur optischen Verstärkung die Turmspitze hervorlugt. Dieser Portalbereich verleiht der Kirche ein feierliches und erhabenes Gepräge, das durch seine kunstvolle architektonische Gestaltung den Betrachter förmlich anspricht und einlädt. Es ist die harmonische, gleitend aufstrebend gerundete Form der Parabel, die sich aus den ansonsten weitgehend im sachlichen Stil mit Anklängen an die Bauhausarchitektur und Entlehnungen aus der Formensprache der nüchternen Industriearchitektur gehaltenen Bauwerk merklich hervorhebt und die Eingänge von außen baulich markiert und damit auf ihre besondere Anzahl, nämlich drei Eingänge, hinweist. Das Bauwerk Kirche will hierin als plastische Umsetzung von der Existenz Gottes in der Dreifaltigkeit seiner Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist hinweisen. Durch die drei offenen 2,50 Meter tiefen Portalhallen mit den funktional rechteckigen Doppeltüren in strenger Eleganz und dem nachfolgenden 1,80 Meter tiefen Windfang tritt der Besucher in das Kircheninnere ein und gelangt zunächst in die niedrige, mit einem Kreuzgewölbe versehene Vorhalle unter der Orgelbühne. Dieser in Längsausrichtung des Kirchenschiffs sieben mal aufgeteilte Teil des Laienraums ist wiederum von der Bedeutungsaussage der christlichen Zahlensymbolik bestimmt, wenn er den Eintretenden gleichsam durch die 'Begegnung' mit den Sieben Gaben des Heiligen Geistes von seiner mitgebrachten weltlichen Bedrückung befreien will und ihm aus dem gedrungenen Raum mit seinen sieben Parabelöffnungen den Blick in die Weite des Kirchenschiffs ermöglicht. Durch den Mittelgang weist der Weg direkt zum Altarraum - Kirche als Gemeinschaft auf dem Weg zu Gott gemäß dem Wort Christi, "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Allein durch mich gelangt Ihr zum himmlischen Vater." Auf dieses Glaubenszentrum, den Ort der Eucharistiefeier, ist die Kirche in ihrer Innenraumkonzeption hin baulich und geistig angelegt. Franke folgte dem Modell des christozentrischen Raumentwurfs,  der sich an frühchristliche Kirchenbauten anlehnt und in der damaligen Zeit die Diskussion bestimmte, um die Messe als Erlebnis für die Gemeinschaft optisch wahrnehmbar zu machen. Es ist dem Kirchbaumeister Franke bei der Bottroper Pfarrkirche St. Ludgerus wie bei keiner anderen seiner fast 30 Kirchenbauten gelungen, dieses liturgische Anliegen in einem Gesamtkunstwerk bemerkenswert umzusetzen. Seit der Liturgiereform des zweiten Vatikanums ist dies Raummoment durch die konsequente Berücksichtigung der Innenraumgestalt verstärkt herausgeholt worden. Die bauliche Voraussetzung für die allgemeine Einsehbarkeit des Altars ist die unverstellte Weite des Kirchenraumes. Obwohl diese sein typisches Merkmal ist, bedeutet Weite hier keine Kälte oder brächte ein Gefühl der Verlorenheit, denn dank der vom Fußboden aufsteigenden parabelförmigen Deckenwölbung empfängt den Gläubigen eine sanfte, hier architektonisch weit gespannte Geborgenheit, wie sie von den romanischen Kirchen mir ihren Rundbögen bekannt und vertraut ist. Der Grundtyp der gotischen Hallenkirchen in schöpferischer Anlehnung nachempfunden weist die Kirche St, Ludgerus im Laienraum eine einheitliche Höhe auf, was ihr Leichtigkeit anstelle von Gedrungenheit verleiht. Dennoch erwecken die in das Kirchenschiff hereinragenden Strebmauern der sechs die Kirchenbreite überspannenden und in vier Bahnen gefalteten Parabelbögen den Eindruck einer beinahe kammerartigen Gliederung mit an jeder Seite sechs 4,5 Meter breiten, quer zum Längsschiff angelegten Jochen: Die Versammlung der Gläubigen repräsentiert die zwölf Apostel. Die in jedes Parabelbogenfeld eingefügte Rautenkasetten in der Decke schmückt die Himmelswölbung der Kirche und verleiht der im Rabbitzverfahren (Zement plus Drahtgeflecht) erstellten Konstruktion durch ein Auffangen der Spannungskräfte eine Stabilisierung. Zweckhaftigkeit und Schlichtheit in der Gestaltung zu einem ausdrucksvollen Ganzen sind zeittypische Konstruktionsmerkmale, die auch im sakralen Raum angewandt wurden. Dazu gehört ebenfalls die Verwendung des industriellen Baustoffs Stahlbetons, weil sich mit ihm kostengünstig und weiträumig bauen lässt. Das Material wurde dem beabsichtigten würdigen, religiösen Gehalt untergeordnet. Die raumhohe Parabelöffnung der Seitenabschnitte (Joche) zum Kirchenschiff sowie ihre verbindenden Durchlässe in den Strebwänden wiederum durch kleinere Parabel bezieht die beiden imaginären Seitenschiffe, die eigentlich Gänge sind, vollständig in den Kirchenraum ein. Eine volle Lichtdurchflutung der Kirche wird wegen der Strebwände auf scheinbar indirektem Weg eindrucksvoll erreicht. Vom Standpunkt im Raum abhängig ist wohl das Licht, nicht aber seine Einlassquelle sichtbar. Anders verhält es sich im Altarraum, in dem das ' Lumen Christi' (Christus ist das Licht) der Messfeier seine architektonische Hervorhebung auf mehrfache Weise erhält und die Ludgerus Kirche zu einem hervorragenden Vertreter christozentrischer Kirchbaukunst macht. Entgegen der üblichen Turmanordnung am Eingangsbereich hat diese Kirche einen den Chor überhöhenden Turm und betont auf diese Weise eindringlich mit der Vertikallinie  die Ausrichtung des Glaubens auf Gott als seinen Ursprung und sein Ziel. Markant, schützend und hervorhebend ist der Altarraum nach außen sichtbar und nach innen erlebbar herausgestellt. Man darf sich an die Vierungstürme mittelalterlicher Kirchen erinnert fühlen, wo ebenfalls das Licht von oberen Fenstern, die von unten nicht gesehen werden können, sich auf den Altar konzentriert. Die vollständig umfassende Einrahmung des vor der Stirnseite des rechteckigen Kirchengrundrisses gelegenen Altarraums durch Seitenkapellen, auf die die Seitengänge zulaufen, versinnbildlicht die Verbundenheit von Christus und seiner Gemeinde. Von diesen Seiten aus lassen die lang gestreckten (nur hier) bald bodentiefen Fenster zusätzliches Licht einströmen. Die als Zeichen göttliche Vollkommenheit streng quadratische Fläche des Altarraums (Seitenmaß von 7,80 Metern) ist durch je zwei etwa jochhohe Parabelöffnungen mit den genannten ebenso hohen seitlichen Sakramentskapellen verbunden. Das unübersehbare im Chor hängende Kreuz in der Art des Helmstedter Kreuzes der Abtei Werden zeigt den gekreuzigten Christus in der Überwindung vom Tod als den aufgestanden Erlöser. Obwohl es erst 1966 in die Kirche eingefügt wurde, gehört es wegen seiner unübertroffenen stilsicheren Ausführung (Künstler Heinrich Kirchner aus Münster) fest zur Substanz des Kirchenraums von St. Ludgerus. So wie der Altarraum äußerlich hervorgehoben ist durch seine besondere Lage, im Turm mit der kündenden Funktion der Glockenstube, so ist er auch innerhalb des Kirchenschiffs betont, indem er den übrigen Raumkörper der Kirche auf sich hin verengt und um die vier Treppenstufen einsehbar erhöht liegt. Die Wand des Laienraums zum Altarraum, welche zu den ungefähr sechs Meter breiten Sakramentkapellen von jeweils zwei kleinen Durchlassparabeln zugänglich gemacht ist, öffnet sich mit einem Parabelbogenteil in Form eines riesigen Triumphbogens. Dieser deutet auf den Ort der Eucharistie als die Vergegenwärtigung des himmlischen Jerusalems eindrucksvoll hin und wiederholt sich - eigentlich nur vom Altarraum sichtbar - in vier weiten Bögen unter der Turmdeckenplatte. Die Baukunst, die der Kirchbaumeister Franke an der Ludgeruskirche umsetzte und gestaltete, dient der Vergegenwärtigung der Nähe Gottes unter den Menschen. Entsprechend diesem baulich ausgedrückten Glaubensgrundsatz ist das Lateinische Kreuz an der Außenwand der Kirche (Chorraumrückseite) auf dem breiten Turm ein Zeichen dafür. In den durch vorspringende Klinkersteine auskragenden Kreuz ist das Welt zugewandte Wirken Gottes im eingelegten Strahlenumfeld dekorativ versinnbildlicht und als Aufgabe dem Mitwirken der Menschen anvertraut. Die Zusammengehörigkeit von Sonntag und Alltag findet in der praktischen Verbindung von der Kirche mit dem Gemeindezentrum für ein geistliches, soziales und kulturelles Angebot zu einer Sinnfindung aus dem Glauben ihre Fortsetzung. Der Kirchbaupfarrer Heinrich Brunsmann äußerte sich über die Pfarrkirche St. Ludgerus, dass "dieses zur Ehre Gottes errichtete erhabene Werk" eine bleibende Glaubensaussage mitteilt. Auf der Seitenwand zur Ludgeristraße ist außen das Psalmwort "Laudate Dominum" (Lobet den Herrn) aufgemauert, dessen Zeugnis diese Kirche in einen tiefen religiösen Geist baulich kunstvoll gestaltet. Katholische Kirchengemeinde St. Ludger Bottrop Fuhlenbrock Katholische Kirchengemeinde St. Ludger Bottrop Fuhlenbrock Katholische Kirchengemeinde St. Ludger Bottrop Fuhlenbrock Katholische Kirchengemeinde St. Ludger Bottrop Fuhlenbrock